Laminat Boden

Raumakustik


Ein spezielles Betätigungsfeld der Innenarchitektur ist die Raumakustik. Für Häuser mit Garten von Einzelpersonen, Familien und Büros wird meist nur ein Teilbereich dieser Wissenschaft angewendet. Nämlich das Wissen darüber, wie Geräusche und Lärm (von außen, von Nebenräumen) abgedämpft werden können.
Der ganze Umfang dieses Fachgebietes kommt aber bei der Planung von anderen Gebäuden und Räumen zur Geltung: in Konzertsälen, in Ton- Studios, außerdem in großen Hallen, in denen Redner gut gehört werden müssen, wie in Kirchen, Theatern, Schulräumen und Vortragshallen. In Radio- und Fernsehstationen muss auch besonders beachtet werden, dass die Stimmen der Redner zwar voll klingen, aber der Schall des Raumes den Klang der Stimme durch das Mikrofon nicht beeinflusst! Hier gibt es noch ein anderes, nicht zu verwechselndes Berufsfeld, das des Tontechnikers, der aber wiederum dann erst die Töne und Stimmen durch das Mikrofon filtert, beziehungsweise die Regler für die Tonanlage auf die akustischen Gegebenheiten durch den Raum so einstellt, dass die Stimme oder das Musikstück optimal zur Geltung kommen können.
Um die Akustik eines Raumes festzustellen, gibt es mehrere Kriterien:

- die Anzahl an Prozent, die der Direktschall neben Nachhall und Reflexionen des
   Schalls ausmacht
- die Zeitverzögerung von ersten Reflexionen des Schalls
- und die räumliche Verteilung, Dauer und der Zeitpunkt des Einsetzen des Nachhalls

Die Aufgabe der Raumakustik- Spezialisten ist es nun, Räume so zu gestalten, dass sie durch die Beeinflussung dieser drei Faktoren möglichst gut zum Zweck des geplanten Raumes passen. Die Ziele sind sehr verschieden.

Bei Tonstudios zum Beispiel sollte der Raum möglichst keinen Einfluss auf die Stimme oder die Klänge der Instrumente nehmen. Das macht dann der Tontechniker am Mischpult. Es ist auf jeden Fall einfacher, Töne, Nachhall etc. im Nachhinein künstlich dazu zu mischen, als bereits vorhandenen Nachhall heraus zu filtern.
In Theatern oder Vortragssälen wie in Universitäten hilft eine rasch einsetzende leichte Reflexion des Schalles, die Stimme des Vortragenden lauter werden zu lassen. Außerdem muss die Reflexion aus der Richtung des Sprechenden kommen, damit vor allem im Theater, erkannt wird, wer spricht. Der Nachhall darf nur kurz sein, sonst ist der Redner für weiter entfernt sitzendes Publikum schnell unverständlich.
In Konzertsälen ist die Beeinflussung des Schalls durch den Raum sehr beliebt und meist wird schon beim Komponieren der Stücke mit den Besonderheiten von Konzersälen gerechnet. Hier sind die Reflexionen großer als bei allen anderen Sälen und kommen mit möglichst kurzer zeitlicher Verzögerung aus allen Richtungen. So wird die Musik sehr räumlich und durch den Nachhall, der auch erwünscht ist, wird der Hörer sozusagen von der Musik eingehüllt. Das ist auch der Grund, warum es manche Orchester schaffen, einzelne Instrumente hervorzuheben und wie bei einem modernen Dolby Surround System die Klänge aus bestimmten Richtungen erklingen zu lassen.
In Kirchen werden meistens Räume mit langen Nachhallzeiten errichtet, die die Kirchen- oder Orgelmusik in ihrer Klangdichte noch verstärkt.

Nachhall lässt sich durch Anbringung oder Entfernung von so genannten Absorbern oder reflektierenden Körpern beeinflussen.
Interessant ist, dass die Wissenschaft vor kurzem festgestellt hat, das Räume mit besonders kurzen Nachhall- Zeiten von Menschen instinktiv als unangenehm empfunden wurden, obwohl die Testpersonen sich nicht erklären konnten, wieso.
Auch die optimale, für Menschen am angenehmsten empfundene, Nachhall- Zeit wurde so entdeckt, es handelt sich um 0,3 Sekunden.
Diese Nachhallzeit ist in Regieräumen üblich, im persönlichen Bereich ist es nicht notwendig, sich krampfhaft um genau diese Nachhall- Zeit zu bemühen. Wer sich aber unwohl fühlt durch einen Nachhall in einem Raum, kann dämpfende Gegenstände verwenden, um das Gefühl zu entschärfen. Solche Dinge sind zum Beispiel Wandverkleidungen, Teppiche, große Sofas oder Polster.